A Hand of Bridge

Kurzoper von Samuel Barber

Musikalische Leitung: Robin Phillips 

Regie: Tanyel Sahika Bakir 

Bühne, Kostüm & Video: Julieth Villada 

Mitwirkende: 

Daegyun Jeong, Wendy Krikken, Adam Temple-Smith, Etienne Walch

 

Zwei Ehepaare, Sally und Bill, Geraldine und David, versinken bei ihren allabendlichen Kartenspiel in Gedanken. Da Bill den ersten Teil der Partie „Bridge“ gewinnt, muss seine Frau Sally zum Dummy werden – eine undankbare Position, bei der sie nur noch zusehen kann, wie mit ihren Karten gespielt wird. Für sie ist die Situation eine Einladung, in Tagträumereien abzudriften. Sie denkt an den Pfauenfedernhut, den sie neulich in einem Schaufenster gesehen hat und ist so versessen auf diesen Gegenstand, dass dieser Gedanke ihr im Spiel immer wieder kommt. Ihr Mann Bill hat derweil Angst, dass seine Frau ihm in Wirklichkeit Signale sendet, dass sie von seiner Affäre mit einer Frau namens Cymbaline weiß. Cymbaline verkörpert für ihn die sexuelle Erfüllung, doch er weiß, dass sie viele Männer neben ihm hat. Geraldine fällt Bills Geistesabwesenheit auf, auch weil er nicht mehr ihren Fuß unterm Tisch sucht. Geraldine hat sich von der Affäre aber längst gelöst und sucht nach bedingungsloser Liebe. Jetzt, da sie endlich gelernt hat, ihre Mutter zu lieben, liegt diese im Sterben. Von ihrem Sohn und ihrem börsenbesessenen Mann erwartet sie diese Liebe nicht. David ist dagegen in Machtfantasien versunken. Er beneidet seinen Chef, Mr. Pritchett, um den Reichtum und die Macht, die damit einhergeht. Er sieht sich selbst als Sultan von Amerika mit allerlei Untertanen, die ihm jeden auch noch so perversen Wunsch erfüllen. Aber wie sie alle kommt auch er am Ende zu dem Schluss, dass sich an seinem Leben wohl nichts ändern wird und sie jeden Abend gemeinsam „Bridge“ spielen werden.